Kir Karst - der neue Aperitif

Kir und Kir Royal sind klassische französische Aperitif-Cocktails. Der Johannisbeerlikör Creme de Cassis spielt dabei die süß-fruchtige Note, während der Wein bzw. der Champagner den frischen bis säuerlichen Part übernimmt. Kir Breton ist die bretonische Variante, die mit Cidre anstelle von Champagner gemischt wird. Alle sind beliebte Aperitife.

In unserer zweiten Heimat haben wir in einem kleinen Weingut, ganz nahe nach dem italienisch-slowenischen Grenzübergang, einen ganz trockenen Malvasia-Sekt entdeckt, der wunderbar das Terroir des Karsts mit seiner Mineralität und Zitrusaromen widerspiegelt. Er wird wie ein Prosecco nach der Charmat-Methode hergestellt, das heißt, die natürliche Gärungskohlensäure des Weines bleibt in einem druckfesten Großbehälter bei der zweiten Gärung erhalten. Dieselbe Winzerfamilie erzeugt natürlich auch andere Weine und unter anderem auch einen Likör vom Refosco, dem autochthonen Rotwein aus dem Karst.

Da liegt es doch nahe, diese beiden zu einem „Kir Karst“ zu kombinieren. Mittlerweise hat in unserem Freundeskreis diese neue Kreation Anklang gefunden. Und zwar so weit, dass der „Kir Karst“ schon auch in einer Weinbar erhältlich ist: Bei „Amici Miei“ auf dem Vorgartenmarkt.

Mit meinem Freund Rok, einem der Söhne des Weinguts, habe ich über den Namen des Cocktails gesprochen, den er wiederum mit einem Gastronomenfreund in Muggia diskutiert hat. Er würde den Namen „Kir Istria“ bevorzugen, weil es für slowenische Ohren der bessere Name ist und die Region genauer beschreibt. Im Deutschen möchten wir, als Freunde der Alliteration, bei „Kir Karst“ bleiben.

Das Rezept ist denkbar einfach:

Für ein Glas „Kir Karst“:

  • 10 - 12 cl Malvasiasekt
  • 1 cl Refosco-Likör

Der Cocktail wird direkt im Sektglas zubereitet. Dafür den Likör ins Glas geben und mit gut gekühltem Malvasiasekt auffüllen. Nicht umrühren, der Likör vermischt sich von selbst, aber es ist reizvoll, wenn ein Rest des Likörs am Boden des Glases verbleibt, so dass der Kir mit jedem Schluck ein wenig süßer wird. Ein Kir wird grundsätzlich ohne Eiswürfel und ohne Garnitur angerichtet. Der Liköranteil kann für eine süßere Variante geringfügig erhöht werden, besser ist dieser Kir jedoch, wenn das Säure-Süße-Spiel ausgeglichen ist.

Passend dazu servieren wir kernige Genüsse.

Salute! Zdravo! Santé!

Tipp:
Genausogut kann ein Terrano-Likör verwendet werden, der Terrano ist eng verwandt mit dem Refosco und ebenfalls ein typischer Karst-Rotwein ist. Im kroatischen Istrien findet man diese Liköre öfter, auch in Triest, zum Beispiel bei den hervorragenden Spirituosenherstellern Piolo & Max.

Mehr über Aperitif-Getränke und -Häppchen in unserem Buch „APERITIVO Infinito“, erschienen im Braumüller Verlag.

Eindrücke