Rund um Silvester genießen wir die deftige italienische Wurst Cotechino bzw. den Musetto, die friaulische Variante. Üblich ist die Wurst ein Hauptgericht, das traditionell mit Linsen serviert wird, die für Geldsegen im neuen Jahr sorgen sollen. Zum weihnachtlichen Familienessen haben wir die Wurst in einer Vorspeise verarbeitet. Der Fleischanteil war geringer und die Portion als Entrée perfekt.
An anderer Stelle haben wir schon ein paar Worte zum Cotechino bzw. Musetto verloren, sie sind bei diesem Rezept zu finden: Musetto in Crosta, daher kommen wir sofort zur Zubereitung der Millefoglie.
Zutaten für sechs Vorspeisen
- 1 Musetto oder Cotechino (500 g)
- 2 Karotten
- 1½ Stangen Sellerie
- 1 Zwiebel
- ein paar Stiele Petersilie ohne Blätter
- ein paar schwarze Pfefferkörner
- 200 g Berglinsen
- 1 Knoblauchzehe
- Salz
- Pfeffer gemahlen
- ½ TL getrockneter Majoran
- 1 Prise Paprikapulver geräuchert (optional)
- 6 Scheiben vom Tramezzinibrot
- Öl zum Braten
- Petersilienblätter zur Dekoration
- Kugeln oder Scheiben von gekochten Karotten als Dekoration
Musetto wird meist frisch in der Fleischerei verkauft, also muss er gekocht werden. Dafür sind gute zwei Stunden zu rechnen: Die Haut des Musetto vielfach mit einer Nadel einstechen und in einem Topf mit kaltem Wasser zum Kochen bringen. Während das Wasser zum Kochen kommt, eine geschälte Karotte, eine halbe Zwiebel ohne Schale und eine Stange Sellerie in grobe Stück schneiden und mit den Pfefferkörnern und den Petersilstängeln in den Topf geben. Zwei Stunden leicht köchelnd garen. Dabei tritt Fett aus, das man mit dem Wasser nach der Garzeit wegschütten kann. Die Haut des gegarten Musetto leicht einschneiden und abziehen. (Wer mit dem Cotechino aus der Packung arbeitet: Den vorgekochten Cotechino nach der Anweisung auf der Packung fertigstellen und ebenso enthäuten.) Warm stellen. Die Karottenstücke aufheben, sie können später als Dekoration dienen.
Die Linsen abspülen und in einen Topf geben. Eine Karotte, die halbe Zwiebel und die Knoblauchzehe schälen und klein schneiden, die übrige halbe Stange Sellerie von den Fäden befreien und ebenfalls in kleine Stücke zerkleinern, alles zu den Linsen in den Topf geben. Mit Wasser aufgießen, salzen und pfeffern und bedeckt 30 bis 40 Minuten weichkochen. Das Wasser abgießen und die etwas abgekühlten Linsen mit dem mitgekochten Gemüse zu einer feinen Masse pürieren. Mit Paprika und Majoran würzen, nachsalzen und -pfeffern.
Wenn möglich die Tramezzinibrot-Scheiben mit einer Schneidemaschine noch einmal durchschneiden, sodass man dünnere Scheiben erhält. Daraus 12 große Taler von rund 8 cm Durchmesser ausstechen. Ist das Halbieren nicht möglich, doppelt so viele Brotscheiben verwenden und mit einem Nudelholz dünn auswalken. Die Brottaler in einer Pfanne mit etwas heißem Öl, das maximal gerade den Boden bedeckt, knusprig goldbraun braten und auf einem Küchenpaper abtropfen lassen. Beiseitestellen.
Den Musetto bzw. Cotechino in Scheiben schneiden, ca. 8 mm dick. Jetzt die Millefoglie zusammenstellen: Am besten benützt man einen Speisering mit 8 cm Durchmesser, den man auch zum Ausstechen der Brottaler benützen kann, um die Millefoglie schön anzurichten. Es geht aber auch frei, dann sieht es eben wilder und improvisierter aus, was sogar seinen Reiz haben kann. Zuerst einen Brottaler, dann etwas Linsencreme und eine Scheibe Musetto übereinanderschichten. Wieder einen Taler darauflegen und mit einer Schicht Linsencreme abschließen. Mit dem Speisering-Stempel die Schichten zusammendrücken, wodurch man zusätzlich eine glatte Oberfläche auf der obersten Cremeschicht erhält. Den Ring abziehen. Die Oberfläche mit einem Blatt Petersilie und ein zwei Stücken Karotte verzieren. Dazu eignen sich die gekochten Karotten vom Musetto oder extra gegarte – wir hatten welche vom Vortag, als wir gefüllte Karotten (aus unserem Aperitivo-Buch) machten und die ausgestochenen Kugeln zur Deko verwendeten.
Warm oder lauwarm servieren. Dazu passt ein Glas Friulano, der autochthone Weißwein aus dem Collio, der früher Tocai Friulano hieß, aber das ist eine andere Geschichte.